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"Junge Wilde"
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FC Strausberg meldet zweite Männermannschaft ab

Sportlicher Leiter Holger Ohde legt sein Amt nieder / Oberligamannschaft verliert in Stendal

(ml) Kopfschütteln beim FC Strausberg (FCS) nach einer gebrauchten Woche. Nicht etwa, weil das Oberligateam von Trainer Christof Reimann unglücklich mit 2:1 beim abstiegsbedrohten 1.FC Lok Stendal verlor. Denn die Niederlage für die „Jungen Wilden 2.0“, die mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren noch immer eines der jüngsten Teams stellen, ist zu verschmerzen, hält sich der FCS auch weiterhin auf einem guten 7.Tabellenplatz. Ironie des Spiels war allenfalls, dass mit Mathias Reischert (34) ausgerechnet der mit Abstand Älteste im Team die 0:1 Führung besorgt hatte, die dann durch einen Doppelschlag der Altmärker in der Schlussviertelstunde in einen Sieg für Stendal mündete.

Kopfschütteln gab es hingegen für den sportlichen Leiter Holger Ohde, der aufgrund der mehrheitlich im FCS-Vorstand beschlossenen Abmeldung der 2. Männermannschaft überraschend sein Amt niederlegte. Dabei geht es – nüchtern betrachtet – um nicht weniger, als die Realität. Und die sieht nicht nur beim FCS, sondern ringsherum bei vielen Fußballvereinen der Region ähnlich aus. Überall fungiert die erste Männermannschaft als Aushängeschild, als Garant für Einnahmen aus dem Sponsoring und als Ziel vieler Nachwuchskicker. Realität ist aber auch, dass der Sprung von den A-Junioren in die Oberliga nicht nur ein ziemlich großer ist, sondern ohnehin von den meisten jungen Spielern gar nicht gewagt werden kann, weil Studium und Ausbildung eben nicht in Strausberg stattfinden (können). So hört das Gros der A-Junioren eher mit dem Sport auf, als sich an der Herausforderung Oberliga zu versuchen.

Wenn man dann als Verein mit keinem „Auffangbecken“ aufwarten kann, wie es eine zweite Männermannschaft sein soll, dann muss man harte Entscheidungen treffen. Die Anziehungskraft des FCS II war seit 2015, als man mangels Personals mitten in der Saison abmelden musste und sich sodann in der niedrigsten Spielklasse (Kreisklasse) wiederfand, stets gering geblieben. Obgleich schon zur Saison 2016/17 ein neues Team präsentiert werden konnte, wurde die Vorgabe, mit diesem Team alsbald aufzusteigen, 2018 knapp verfehlt. Die Motivation bei den verbliebenen Spielern schwand spätestens, als im Herbst 2018 der „Capitano“ Carsten Giebe berufsbedingt von Bord gehen musste. Das wechselnde Trainerteam war nicht in der Lage, die darauf folgenden Spielerabgänge zu kompensieren. Nun sah man im Vorstand keinen Sinn mehr, in der Rückrunde Woche für Woche ein Team zusammenzustellen, für dessen Komplettierung Spieler von der 1.Mannschaft und den A-Junioren „erbettelt“ hätten werden müssen und beschloss mehrheitlich die Abmeldung – zugleich verbunden mit dem Auftrag, einen Enthusiasten zu finden, der bereit ist, eine U23-Mannschaft möglichst schon zur neuen Saison 2019/20 an den Start zu bringen.

Dieser Aufgabe wollte sich Ohde, der seit 2015 fester Bestandteil des Vorstandes war und maßgeblichen Anteil an der sportlichen Konsolidierung der Oberligamannschaft hatte, aus persönlichen Gründen nicht mehr stellen. Der FCS dankte ihm für seinen unermüdlichen Einsatz und legt Wert darauf, dass die Tür für ihn beim Verein immer offen stehen wird. Mit seinem Abgang werden nun schnell Gespräche aufgenommen, um die Position des Sportlichen Leiters für Oberliga, U23 und Alte Herren neu zu besetzen. Nach allem gilt es, den Blick nach vorn zu richten und gegen Tennis Borussia Berlin am Sonntag (Anstoß 14 Uhr) im ersten Heimspiel der Rückrunde „Kante“ zu zeigen. Drei Punkte gegen den Aufstiegsaspiranten wären ein gebührendes Abschiedsgeschenk für Holger Ohde.

Leitete über 3 Jahre die sportlichen Geschicke der FCS-Männer: Holger Ohde

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